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Operante Konditionierung ist ein Lernprinzip, bei dem ein Lebewesen durch die Konsequenzen seines Verhaltens beeinflusst wird. Es lernt, dass bestimmte Handlungen zu positiven oder negativen Folgen führen, und passt sein Verhalten entsprechend an.

Der Begriff „operant“ stammt aus der Verhaltensforschung und wurde von B.F. Skinner geprägt. Er leitet sich vom lateinischen „operari“ (arbeiten, wirken) ab und beschreibt, dass das Individuum aktiv („operant“) mit seiner Umwelt interagiert, um eine bestimmte Konsequenz zu erreichen oder zu vermeiden.

Die operante Konditionierung basiert auf vier Lernprinzipien (den vier Quadranten):

  1. Positive Verstärkung – Ein angenehmer Reiz wird hinzugefügt, um ein Verhalten zu verstärken. Beispiel: Ein Hund bekommt ein Leckerli, wenn er auf Signal sitzt.
  2. Negative Verstärkung – Ein unangenehmer Reiz wird entfernt, wenn das gewünschte Verhalten gezeigt wird. Beispiel: Ein Mensch schaltet einen schrillen Wecker aus, indem er aufsteht.
  3. Positive Strafe – Ein unangenehmer Reiz wird hinzugefügt, um ein Verhalten zu verringern. Beispiel: Ein Kind fasst auf eine heiße Herdplatte und erfährt Schmerz.
  4. Negative Strafe – Ein angenehmer Reiz wird entzogen, um ein Verhalten zu verringern. Beispiel: Ein Kind verliert sein Spielzeug, weil es sich danebenbenommen hat.

Zusätzlich gibt es das Konzept der Löschung (Extinktion): Wenn ein Verhalten, das früher verstärkt wurde, keine Konsequenz mehr nach sich zieht, wird es allmählich verschwinden. Beispiel: Ein Hund, der früher für Betteln Futter bekam, gibt das Verhalten auf, wenn es dauerhaft ignoriert wird. Dabei kann es zunächst zu einem Löschungstrotz kommen, bei dem das Verhalten kurzzeitig intensiver gezeigt wird, bevor es nachlässt.

Operante Konditionierung ist ein universelles Lernprinzip, das bei Mensch und Tier gleichermaßen wirksam ist und gezielt im Training, in der Erziehung und im Verhaltenstherapie eingesetzt wird.